Neuer Auftrag des FAW/n in Wechselwirkung mit dem BMZ

Das FAW/n arbeitet mit Partnern in Wechselwirkung mit dem BMZ in einem neuen Auftrag an spannenden Fragen. Forschungsvorhaben „Eine bessere Globalisierungsgestaltung: Handlungspotenziale aus entwicklungspolitischer Sicht“

Das Projektvorhaben umfasst zwei Teilvorhaben, und zwar „Wertschöpfungsketten und Nachhaltigkeit – Möglichkeiten und Grenzen im WTO- und EU-Recht“ sowie „Umsetzung der Sustainable Development Goals 2015-2030 – Anforderungen an Global Governance und Möglichkeiten der Umsetzung“.

Teilprojekt I des Forschungsvorhabens:

Eine bessere Globalisierungsgestaltung: Handlungspotenziale aus entwicklungspolitischer Sicht Studie: „Wertschöpfungsketten und Nachhaltigkeit – Möglichkeiten und Grenzen im WTO- und EU-Recht“ Das Thema der Nachhaltigkeit gewinnt im Kontext internationaler Wertschöpfungsketten international immer mehr an Bedeutung. Das BMZ ist in diesem Themenfeld besonders aktiv und hat entlang der textilen Kette im Kontext der großen Unfälle in Produktionsstätten in Bangladesch und Pakistan mit hoher Öffentlichkeitswirksamkeit Initiativen gestartet. Diese haben u. a. zur Etablierung des Labels „Bündnis für nachhaltige Textilien“ geführt, dem sich mittlerweile große Teile der deutschen Hersteller und Handelsketten in dieser Branche angeschlossen haben. Untersucht werden sollen in der Studie insbesondere 6 Ansätze unterschiedlicher Wirkungstiefe:

  1. Nutzung des Instruments des Labelling
  2. Subvention über eine Handelsabgabe
  3. Mehrwertsteueroptionen und Zollpräferenzen
  4. Öffentliche Beschaffung
  5. Gemeinwohlökonomie
  6. Veränderungen auf der WTO-Ebene

Teilprojekt II des Forschungsvorhabens:

Eine bessere Globalisierungsgestaltung: Handlungspotenziale aus entwicklungspolitischer Sicht Studie: „Umsetzung der Sustainable Development Goals 2015-2030 – Anforderungen an Global Governance und Möglichkeiten der Umsetzung“

Die Untersuchung nimmt die vor kurzem erfolgte Verabschiedung der 17 sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) als Ausgangspunkt der Analyse. Hinter den 17 SDGs sind 169 Unterziele hinterlegt. Wie schon die früheren MDGs sind die Ziele rechtlich nicht verbindlich, es gibt kein dediziertes Budget und der genaue Adressat für die Umsetzung ist unklar, sieht man von der Verantwortung jeder einzelnen Regierung für die Umsetzung auf ihrem Territorium einmal ab. Die unbedingt notwendige internationale Wechselwirkung, ohne die viele der Ziele auf keinen Fall erreicht werden können, ist in der Konkretisierung sehr viel unklarer. Das betrifft insbesondere unbedingt erforderliche Finanzierungsinstrumente, die letztlich von den wohlhabenden Ländern direkt oder indirekt getragen oder mitgetragen werden müssen, wenn Entwicklung gelingen soll, ähnlich dem jetzt verabredeten Green Climate Fund und weiteren Instrumenten im Umfang von mindestens 100 Milliarden $ pro Jahr zugunsten von Aktivitäten ärmerer Länder im Klimabereich.

Die Bereitstellung dieser Finanzmittel wird allerdings schwierig werden. Insofern stehen der Umsetzung der Ziele viele Hürden entgegen. Dies umso mehr als sich die Ziele teilweise widersprechen, zumindest beim gegebenen Stand der verfügbaren Technologie. Ganz offensichtlich ist das Ziel von viel mehr Wohlstand für immer mehr Menschen bei rasch wachsender Weltbevölkerung mit den formulierten Umweltschutzzielen bei heutigen Technologien und Stand der Regulierung der Weltmärkte nicht kompatibel. Die Studie versucht herauszuarbeiten, welche unmittelbaren, sofort umsetzbaren Maßnahmen dennoch möglich sind. Außerdem wird diskutiert, wie eine Global Governance-Struktur, die auch eine Chance auf Umsetzung besitzt, aussehen muss, mit deren Hilfe die Ziele potenziell erreicht werden können. Diese muss dann insbesondere auch Wirkung in Richtung anderer technischer Lösungen induzieren, die vermehrten Wohlstand bei geringem Ressourcenverbrauch und Vermeidung einer Klimakatastrophe für die Menschen weltweit ermöglichen. Hier kann an die in den letzten Jahren erfolgte Umorientierung der internationalen Sicht auf tragfähige ökonomische Systeme angeknüpft werden. Diese Umorientierung betrifft den Perspektivwechsel von freien Märkten zu ökologisch-sozial geeignet regulierten Märkten (green and inclusive markets sowie green and inclusive growth).

FAW/n trauert um Lothar Späth

Das FAW/n hat mit Trauer die Pressemitteilung zum Tode des früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth, aufgenommen.

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Als Ministerpräsident hat Lothar Späth nicht nur wesentlich dazu beigetragen, unser Land voranzubringen und die Wissenschaftsstadt Ulm zu etablieren, sondern in diesem Kontext auch das damalige Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) mit Partnern aus der Industrie und der Universität Ulm als erstes Institut für Künstliche Intelligenz in Deutschland ins Leben gerufen. Nach seinem Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft hat Lothar Späth die Verbindung zum FAW, im Besonderen zum Institutsleiter und später auch zum FAW/n, immer aufrecht erhalten. So waren aus seinem Wirkungsumfeld die Unternehmen Jenoptik und m + w Zander zeitweise Stifter des FAW. Wir werden Lothar Späth ein bleibendes Andenken bewahren

Bild: Einweihung der FAW-fischertechnik-Produktionsanlage im Jahr 1990 im Bild von links nach rechts: Klaus Fischer (Unternehmensgruppe fischer), Dr. Eberhard Leibing (Wirtschaftsministerium Stuttgart, damals Kuratoriumsvorsitzender), Hanns Albrecht Maute (Wirtschaftsministerium Stuttgart), Lothar Späth, Helmut Xander (LEG, Bauherr des FAW), Institutsleiter Prof. F. J. Radermacher, Prof. Werner Mellis (damals Daimler Benz AG, Ulm)

Bildquelle: Wikimedia

UN-Klimakonferenz in Paris 2015 – Pressemitteilung

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Prof. Radermacher, Präsident des Senate of Economy International, begrüßt die Ergebnisse des Klimagipfels in Paris. Was dort erreicht wurde, ist ein großer Schritt vorwärts. Natürlich haben sich viele mehr erwartet. Aber dies war nicht realistisch. Das, was jetzt erreicht wurde, ist die „halbe Miete“ auf dem Weg zur Erreichung des 2-Grad-Ziels – und vielleicht gelingt es ja sogar, darunter zu bleiben. Das jetzige Ergebnis eröffnet dem Privatsektor die Chance, die zweite Hälfte zu leisten. Freiwillige Klimaneutralität und entsprechende Maßnahmen durch Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen sind dafür der Schlüssel. Die Welt Wald Initiative des Senats zeigt, was jetzt zu tun ist.

In gewisser Weise hat die Politik nun das Loch geschlossen, das die Privatwirtschaft daran gehindert hat, das Thema „Klima“ wirklich anzugehen. Jetzt haben wir eine Art Obergrenze für weitere CO2-Emissionen und das ist gut, denn wir können nun gegen ein definiertes Ziel arbeiten. Wir erwarten, dass dieser Vertrag die kumulierten globalen CO2-Emissionen bis 2050 um circa 500 Milliarden Tonnen CO2 reduziert im Vergleich zu den Emissionen, die ohne Vertrag ausgestoßen würden. Das ist nicht genug, um das CO2-Ziel zu erreichen, aber es ist immer noch viel, nämlich ungefähr die Hälfte der zu bewältigenden Aufgabe. Und da wir jetzt eine Obergrenze haben, wissen wir, was noch nötig ist: ungefähr weitere 500 Milliarden Tonnen bis 2050. Das kann die Privatwirtschaft in freiwilligen Programmen schaffen, vorausgesetzt, die Politik unterstützt diesen Weg. Insbesondere kann und wird der Privatsektor freiwillig und über gesetzliche Verpflichtungen hinaus Geld investieren, um Emissionsrechte außer Funktion zu setzen und/oder die jährlichen Mengen für Treibhausgasemissionen, die Ländern und Regierungen über vertragliche Vereinbarungen zur Verfügung stehen, auf diese oder andere Weise zu straffen.

Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier.

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FAW/n Pressemitteilung – neue Aufgabe für PD Dr. Dirk Solte

PD Dr. Dirk Solte zum Geschäftsführer des Verlags Versicherungswirtschaft berufen

Der bisherige Stellvertreter des Vorstands des FAW/n, Ulm, übernimmt zum 1.Oktober 2015 die Leitung des in Karlsruhe ansässigen Verlags Versicherungswirtschaft GmbH. Dessen alleiniger Gesellschafter ist der Verein Versicherungswirtschaft e.V.. Seit 1946 begleitet die Zeitschrift Versicherungswirtschaft das Versicherungswesen als anerkanntes Forum der Praxis und der Begegnung mit der Wissenschaft.

Dirk Solte hat sich in den letzten zehn Jahren im Schwerpunkt Zukunftsforschung, Weltfinanzsystem und Nachhaltigkeit mit der Publikation von Büchern und didaktischen Materialien hervorgetan. Als Bereichsleiter der ersten Stunde am Vorgängerinstituts FAW hat er zudem umfangreiche Expertise in modernen Informations- und Kommunikationstechnologien, Multimedia und im „Management of Change“. In Ulm, Neu-Ulm und der Region war der renommierte Experte und gefragte Redner mehrere Jahre Telematikbeauftragter. Die Verbindung von Dr. Solte mit dem Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW/n) wird auch in der neuen Aufgabe fortbestehen.

Dr. habil. Thomas Kämpke – Todesmitteilung

Nach langer schwerer Krankheit ist unser geschätzter Kollege am Mo. 2. Januar 2015 verstorben.

Dr. Kämpke kam mit dem Institutsleiter von der RWTH Aachen über eine längere Zeit an der Universität Passau nach Ulm. Er hat den Aufbau und die Arbeiten des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) in den Jahren 1987 – 2004 und die Arbeiten des FAW/n seit 2004 als leitender Wissenschaftler wesentlich geprägt. Vor dem Hintergrund einer breiten mathematischen Ausbildung (Habilitation in Mathematik an der Universität Ulm im Jahr 1992), einer interdisziplinären wissenschaftlichen Bildung und einem ausgezeichneten Gespür für Anwendungsfragen hat er immer wieder maßgebliche Impulse gesetzt.

So war er im FAW als Bereichsleiter für Umweltinformatik und Autonome Systeme / Robotik in wesentlichen Forschungsthemen tätig. Die Ausgründung des erfolgreichen Ulmer Technologieunternehmens InMach mit dem Schwerpunktthema „Intelligente Maschinen“ aus dem FAW in 2003 hat er wesentlich mit initiiert und bis zu seinem Tod kontinuierlich begleitet.

Am FAW/n war er zentral involviert in Analysen zu Fragen der sozialen Balance von Gesellschaften, der Mathematik der Lorenzkurven, der Modellierung des deutschen Energiesystems und der Unter-fütterung von Arbeiten des Club of Rome. Letzteres betrifft insbesondere das Thema der zukünftigen Entwicklung der Menschheit im Kontext aktueller Trends in den Bereichen Weltbevölkerung, Innovation und Nachhaltige Entwicklung.

Thomas Kämpke war mit seiner großen Zuverlässigkeit, seiner hohen wissenschaftlichen Kreativität und seiner immer freundlichen und sachbezogenen Art vielen Menschen ein wertvoller Ratgeber. An der Universität Ulm hat er viele Jahre als Privatdozent gewirkt und zahlreiche Studierende in Lehre und Forschung gefördert. Es ist schmerzhaft, dass Thomas Kämpke uns und diese Welt viel zu früh verlassen hat. Wir werden ihn sehr vermissen und ihm ein bleibendes Gedenken bewahren in großer Dankbarkeit für die Zeit, die wir mit ihm verbringen durften.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Schwester Eva Kämpke

Die Todesanzeigen von InMach und dem FAW/n aus der Südwestpresse vom 10. Januar 2015 sowie die Trauerkarte seiner Schwester Eva Kämpke.

Bildquelle: congerdesign (Pixabay)

Buchankündigung: Wann haben wir genug? : Europas Ideale im Fadenkreuz elitärer Macht / von Dirk Solte

Wir müssen uns gegen die Diktatur der Märkte wehren! Unsere Gesellschaft ist von Nachhaltigkeit und einer nachhaltigen Entwicklung weiter entfernt als jemals zuvor! Das Buch klärt über die kulturellen Errungenschaften Europas und über eine „babylonische Denkverwirrung“ auf, zeigt, welche Mechanismen zu Selbstbegünstigung und legalen Plünderungen führen und wie wir vom Terrorismus einer radikalen Marktmoral beherrscht werden. Dirk Solte geht den Fragen nach, wie das Weltfinanzsystem und Nachhaltigkeit zusammenhängen, warum wir uns global nicht auf das offensichtlich Notwendige einigen und wie wir unsere europäischen Ideale verteidigen können, um unser Wohlstandsmodell des Friedens zu bewahren. Ein Plädoyer für ein starkes Europa!

PD Dr. Dirk Solte ist promovierter Wirtschaftsingenieur, habilitierter Betriebswirtschaftler und Zukunftsforscher. Schwerpunktthema des Top-Speakers ist das Weltfinanzsystem, Nachhaltigkeit und Globalisierung. Er arbeitet an Erklärungs- und Lösungsansätzen für eine ökosoziale Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Der Autor ist stv. Vorstand am Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, Privatdozent an der Universität St. Gallen (HSG) und im Vorstandsbereich „Ökonomie und Finanzmarkt“ im Senat der Wirtschaft, Bonn tätig. Dirk Solte ist gefragter Interviewpartner und publizierte zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, didaktische Materialien und Bücher.

Weitere Informationen

Bildquelle: Goldegg Verlag, Dariusz Sankowski (Pixabay)

Auswirkungen von „Big Data und Analytics“ auf Beschäftigung und Teilhabefairness

Dr. Dirk Solte hat auf dem OECD-Global Forum on the Knowledge Economy in Tokyo über die Auswirkungen von „Big Data & Analytics“ auf Beschäftigung und Teilhabefairness gesprochen.

Die Definition von Big Data and Analysis ist laut Dr. Solte keineswegs einfach, weshalb er sich ihr zu Beginn mit einem Witz annähert: „Wenn man durch Big Data und Analyitcs versucht, eine korrekte Antwort auf eine Frage zu finden, ist das bildlich gesprochen als ob man Erkenntnisse über das Verhalten eines Schweines durch die Analyse vieler Potluck Dinner mit Hilfe mathematischer Methoden gewinnen möchte.“

Im ersten Teil des Vortrags erklärt Dr. Solte, worum es bei Big Data und Analytics geht und wofür diese gebraucht werden. Der Unterschied zu konventionellen Data und Analytics sei dabei die Korrelation anstelle der Kausalität im traditionellen Kontext. Anschließend gibt der Redner einen Überblick über einige Ergebnisse seiner Analyse. Big Data habe beispielsweise großes Potential ein grünes und integratives Wachstum zu fördern, birgt aber auch das Risiko einer durch Technik hervorgerufenen Arbeitslosigkeit. Die Zahl der aktuell 26.75 Millionen arbeitslosen Menschen könnte laut Dr. Solte auf 53.5 Millionen steigen. Allerdings wären vor allem die Arbeitsplätze der Mittelschicht betroffen, während die Anzahl der hoch qualifizierten Arbeitsplätze eher steigen würde. Die große Frage der Zukunft sei deshalb, wie man die entstehende Lücke auf dem Arbeitsmarkt schließen könnte.

Nach dem 15 minütigen Vortrag von Dr. Solte folgt eine Diskussion sowohl mit dem Publikum als auch mit den anderen geladenen Rednern. Den gesamten Beitrag finden Sie hier als Videomitschnitt.

Bildquelle: Christina Morillo (Pexels)

Ernennung Dr. E. Herlyn zur Professorin, freie Mitarbeiterin am FAW/n

Professorenernennung im Rahmen der WissensNacht Ruhr: Nachhaltigkeit lehren

Essen, 22. Mai 2014. Die FOM ernennt eine neue Professorin für Nachhaltigkeit: die 41-jährige Dr. rer. pol. Estelle Herlyn. Den Rahmen für die Übergabe der Urkunde bildet – passend zum Thema – die WissensNacht Ruhr am 2. Oktober in Essen. Die Hochschule ist mit einem umfassenden Programm bei dem Event vertreten – und die zukünftige Professorin bringt sich direkt selbst in den Vortragsblock „Nachhaltigkeit und Klima“ von 17:30 bis 20:30 Uhr ein.

„Seit 2010 arbeitet die FOM Hochschule im Rahmen eines Rektoratsprojektes daran, sämtliche ‚Nachhaltigkeitsprojekte‘ zu bündeln und eine übergreifende Strategie zu entwickeln, die spezifische Handlungsfelder für den Bereich der Managementausbildung abdeckt“, erläutert Prof. Dr. Stefan Heinemann. „Das fing an mit der Implementierung eines entsprechenden Evaluierungstools und ging weiter mit der Gründung einer eigenen Forschungseinrichtung – dem KompetenzCentrum für Corporate Social Responsibility.“ Eine weitere Professur mit diesem Schwerpunkt einzurichten sei da der nächste logische Schritt gewesen, so der Nachhaltigkeitsbeauftragte der FOM Hochschule weiter.

Dr. Estelle Herlyn studierte Wirtschaftsmathematik an der TU Dortmund und arbeitete zunächst mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung sowie verschiedenen internationalen Unternehmen. Schwerpunkte waren dabei Supply Chain Management, SAP und Projektmanagement. 2012 absolvierte sie an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RWTH Aachen eine Promotion zu Fragen einer balancierten Einkommensverteilung als entscheidendem Aspekt der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit. Es folgten eine Tätigkeit als Lehrbeauftragte am FOM Hochschulzentrum Aachen sowie eine bis heute bestehende freiberufliche Mitarbeit am FAW/n, einem Institut, das sich Fragen einer nachhaltigen Entwicklung in weltweiter Perspektive widmet. Sie ist außerdem Vorstandsmitglied des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Die gemeinnützige FOM Hochschule gehört zur Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft (BCW) in Essen. Aktuell zählt die Hochschule in über 30 Städten in Deutschland mehr als 26.000 Studierende. Das Besondere: Sie absolvieren die staatlich anerkannten und akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengänge berufsbegleitend parallel zu Job oder Ausbildung.

Weitere Informationen:

Webseite der FOM

Bildquelle: © Prof. Dr. Estelle Herlyn

Grundstruktur eines möglichen Welt-Klimavertrags

UN-Klimakonferenz 2015 in Paris

Vortragseckpunkte, die von Prof. Radermacher erläutert werden:

1. Verhandlungslogik gemäß Kopenhagenformel: Industrieländer senken ihre Klimagasemissionen jährlich ab, bestimmen dabei selber wieviel. Nicht-Industrieländer senken ihre Emissionen relativ zu ihrer wirtschaftlichen Wachstumsrate ab, bestimmen dabei ebenfalls selber wie viel.

2. Grenzausgleichsabgaben gegen Nicht-Vertragspartner ermöglichen: Mitverhandlung der Möglichkeit für die Vertragspartner des Klimavertrages, Grenzausgleichsabgaben gegen Nicht-Vertragspartner im Umfang der Wettbewerbsvorteile zu erheben, die diese sich durch Nicht-Beteiligung verschaffen.

3. Finanzierung eines Green Climate Funds: Von den Industrieländern ist ein Green Climate Fund von jährlich mindestens 100 Milliarden Dollar ab 2020 zur Unterstützung der Nicht-Industrieländer in klima-nahen Themenfeldern bereitzustellen, als Voraussetzung dafür, diese als Partner eines Weltklimavertrags zu gewinnen.

4. Mobilisierung des Privatsektors: Auf nationaler Ebene soll neben je spezifischen Umsetzungsstrategien (z.B. gesetzliche Vorgaben, gesetzliche Rahmenbedingungen, steuerrechtliche Regelungen, staatlicherseits anerkannte oder unterstützte Standards, Förderung eines „Green Race“) zusätzlich eine Motivation und Incentivierung des Privatsektors, , vor allem des Premiumsegments, für die freiwillige Umsetzung des Ziels privater Klimaneutralität geleistet werden.

5. Global Neutral: Etablierung eines Global Neutral auf UN-Ebene (in Anlehnung an den Global Compact) zur Motivation von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen für freiwillige Klimaneutralität.

Der Text ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch abrufbar

Bildquelle: Gerd Altmann (Pixabay)

Klimapolitik und 2°C Ziel

Der vorliegende Text analysiert in der Folge der Weltkonferenz von Kopenhagen wieviel Zeit verbleibt, um das Klimaproblem im Sinne des 2° C Zieles noch ohne Wohlstandsverlust und mit Wachstumsperspektive zu meistern und welche „Joker“ dabei ggf. bereits heute erforderlich sind. Der Text zeigt auf, wie eng die verbleibenden Zeiträume zur Zielerreichung sind. Die hier abgeleitete Aussage ist dabei noch prägnanter, als dies bei Betrachtung der Entwicklung des ökologischen Fußabdrucks (vgl. www.ecologicalfootprint.org) möglich ist. Dieserspricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Da er aber die fossilen Energiequellen ausklammert, ist er in seiner Aussage „schwächer“.

Weltklimapolitik nach Kopenhagen herunterladen

Bildquelle: Geralt (Pixabay)