Projekte

Der Großteil der aktuellen Aktivitäten des FAW/n hat eine nachhaltige Entwicklung einerseits, andererseits die globale Energie- und Klimaproblematik als dominierenden Schwerpunkt. Hinzu kommen das Thema „Marshallplan mit Afrika“ und die aktuelle Europapolitik.

Aktuelle Projekte

Allianz für Entwicklung und Klima

Seit Herbst 2018 begleitet das FAW/n das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Bundesminister Dr. Gerd Müller beim Aufbau der Allianz für Entwicklung und Klima. Die Allianz verfolgt das Ziel, Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz über das Instrument des freiwilligen Ausgleichs von Treibhausgasen zu verknüpfen und für die Finanzierung hochwertiger, zertifizierter Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu mobilisieren. Inzwischen unterstützen über 600 Partner aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft dieses Ziel – Partner, die Klimaneutralität anstreben und dafür ihre Treibhausgasemissionen in jeweils individueller Weise vermeiden, reduzieren und ausgleichen. Damit leisten Sie zugleich einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und zum Pariser Klimaabkommen.

Frankfurt Skyline (Leonhard Niederwimmer (Pixabay))

Klimaneutrale Landesverwaltung Hessen

Bereits 2009 gab sich Hessen als erstes Bundesland das Ziel einer klimaneutralen Landesverwaltung. Dabei wird es durch das FAW/n in strategischer Hinsicht begleitet. In diesem Rahmen sind die Publikationen „Klimaneutralität – Hessen geht voran“ (2011) und „Klimaneutralität – Hessen 5 Jahre weiter“ (2016) entstanden. Die Landesverwaltung ist Unterstützer der Allianz für Entwicklung und Klima des BMZ und wird im Jahr 2020 etwa 60.000 Tonnen CO2 über die Finanzierung hochwertiger, zertifizierter Projekte in Nicht-Industrieländern ausgleichen, die gleichzeitig nachhaltige Entwicklung und internationalen Klimaschutz fördern.

Fabrik mit Autobahn

Grüner Wasserstoff & Methanolökonomie

Mittelfristig muss die Welt auf ein Energiesystem umsteigen, das auf erneuerbaren Energieträgern basiert. Elektrifizierung ist dabei nur ein Teil der Lösung. Für den Transport von Energie über weite Distanzen, für viele Industrieanwendungen, für Transport von Gütern über lange Strecken, für Mobilität im Allgemeinen werden synthetische klimaneutrale Kraftstoffe benötigt. Das FAW/n beschäftigt sich an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft mit Strategien zur Herstellung von grünem Wasserstoff aus den Sonnenwüsten der Erde. Dieser kann mit aus Industrieanlagen abgefangenem CO2 verbunden werden, um grünes Methanol zu produzieren. Methanol ist mit bestehender Infrastruktur leicht zu transportieren, kann Benzin, Diesel, Schiffsdiesel und Kerosin ersetzen und vielfältig in der Chemie und in der Schwerindustrie, z. B. zur Stahlerzeugung, genutzt werden. Es ist somit der Ausgangsstoff für ein Energiesystem der Zukunft.

Yacht in Hafen

Ungleichheit, Klima und Top-Emitter

Wie hoch darf und soll die Ungleichheit (Balance) in einer Gesellschaft sein, damit sie für alle Teile der Bevölkerung zustimmungsfähig bleibt und die sozialen und ökologischen Potentiale der Gesellschaft auf einem hohen Niveau gehalten werden können? Langjährige mathematische Studien des FAW/n zur Einkommensverteilung wurden in letzter Zeit um den Aspekt des Klimaproblems erweitert. Die reichsten Teile der Weltbevölkerung (sogenannte Top-Emitter) verursachen einen in Relation zur übrigen Bevölkerung sehr hohen Anteil der Treibhausgasemissionen und sind damit entscheidende Akteure im Themenfeld „Klimawandel“. Das FAW/n untersucht, ob und wie die Top-Emitter für effektiven Klimaschutz und Nachhaltigkeitsengagement mobilisiert werden können und wie ihre finanziellen Ressourcen am wirkungsvollsten einzusetzen sind.

Büro des Premierministers von Äthiopien

Marshallplan mit Afrika

Auf der Grundlage einer Analyse des Club of Rome und des Senats der Wirtschaft unter Beteiligung des FAW/n hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2017 den Marshallplan mit Afrika ins Leben gerufen. Denn viele der globalen Herausforderungen, vor allem im Klimaschutz, können nur durch die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Industrieländern mit starken afrikanischen Partnern bewältigt werden. Der Marshallplan mit Afrika stellt hierbei einen strategischen und inhaltlichen Rahmen dar und unterstützt die Länder Afrikas bei der Umsetzung der Agenda 2063 der Afrikanischen Union. Er setzt u. a. auf fairen Handel, wirtschaftliche Entwicklung von unten, afrikanische Lösungen und eine Stärkung der Eigenverantwortung der Partnerländer. Die Zusammenarbeit mit Europa in den Bereichen grüner Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und Nature-based Solutions eröffnet zudem vielfältige neue Chancen.

Europakarte Verbindungen (Image by TheAndrasBarta (pixabay))

Zukunftsfähige Entwicklungspolitik

Die gegenwärtigen Krisen diverser multilateraler Strukturen erfordern die Zusammenarbeit mit aufstrebenden Gestaltungsmächten in Asien, Afrika und Lateinamerika und mit neuen Partnern aus diversen gesellschaftlichen Sektoren, um nachhaltige Entwicklungspolitik umzusetzen und globale Gemeinschaftsgüter zu sichern. Die deutsche Entwicklungspolitik will sich hierbei strategisch vorausschauend positionieren und entsprechend agieren. Diesbezüglich hat das FAW/n das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) zu sechs wichtigen Themenkomplexen beraten: Rolle der Schwellenländer in der Entwicklungspolitik, Status quo der Umsetzung der Agenda 2030, Deutsche EU-Ratspräsidentschaft Jul – Dez 2020, WTO im Kontext der aktuellen US-Politik, Ökologische und soziale Standards in globalen Lieferketten sowie Einführung eines staatlichen Siegels „Grüner Knopf“ in der Textilbranche.

Frau in Tansania mit Bananen

Agrarhandelspolitik mit und in Afrika

Angesichts ihrer engen Kopplung mit vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsschritten ist die Landwirtschaft für viele afrikanische Länder ein wichtiger Wirtschaftszweig und Antrieb für wirtschaftliche wie soziale Entwicklung. Gleichwohl findet u. a. aufgrund nicht auf einander abgestimmten Agrar- und Handelspolitiken nur wenig Handel zwischen den Ländern Afrikas statt, wodurch ihnen wertvolle Einkommens- und Beschäftigungspotenziale entgehen. Auch die Abhängigkeit vom Weltmarkt ist enorm. Der fairen Ausgestaltung der deutschen Agrarhandelspolitik kommt im Kontext einer zukunftsgewandten Partnerschaft mit Afrika also eine besondere Bedeutung zu. Für das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat das FAW/n daher drei wesentliche Fragestellungen untersucht: Status Quo der Umsetzung der Agenda 2063 der Afrikanischen Union mit besonderem Fokus auf den Agrarhandel; Europäische und deutsche Handelspolitik mit Afrika; Förderung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Afrika.

Reisanbau (Image by HoangTuan_photography (Pixabay))

Klimapositive Landwirtschaft

Als Basis unserer Zivilisation ist Landwirtschaft ein Schlüsselbereich zur Lösung der Klimakrise wie auch für die Entwicklungszusammenarbeit, von dem ein großer Teil der Bevölkerung in Ländern des Globalen Südens abhängt. Viele der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) können bei klugem Vorgehen positiv befördert werden. Auch die Europäische Union nimmt sich in den aktuellen Planungen für die Common Agricultural Policy (CAP) 2021-2027 des Themas an und will die EU-Landwirtschaft von einer CO2-Quelle hin zu einer CO2-Senke transformieren. Das FAW/n ist hierbei in nationale und internationale Konsultationen eingebunden, die die Anwendungsmöglichkeiten für Humusaufbau und den Einsatz von Pflanzenkohle im Sinne einer klimapositiven, entwicklungsförderlichen Landwirtschaft aufzeigen, etwaige Hindernisse erkennen und abbauen und Forschungsfragen klären sollen.

Ambassador Academy

Ambassador Academy – Development, Climate and Population

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung hat deutlich gemacht, welche enorme Bereitschaft unter jungen Leuten besteht, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen. Hier setzt die Ambassador Academy an, die erstmals im Dezember 2018 in Ulm vom FAW/n organisiert wurde: Junge engagierte Menschen lernen die Zusammenhänge, Wechselwirkungen, Konflikte und Widersprüche der spezifischen Faktoren globaler nachhaltiger Entwicklung und des internationalen Klimaproblems kennen, erarbeiten, bewerten und diskutieren Lösungsansätze und erwerben Kompetenzen im Bereich der Nachhaltigkeits- und Klimakommunikation. Am Ende der Ambassador Academy können sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für vernetztes und synergetisches Denken, global gedachte Lösungsansätze und aktives Engagement von Individuen wie von Gruppen auftreten.

Hochschultage Logo

Hochschultage: Ökosoziale Marktwirtschaft & Nachhaltigkeit

Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, der Global Marshallplan Initiative, dem Forum Ökosoziale Marktwirtschaft und dem Doktorandennetzwerk nachhaltiges Wirtschaften organisiert und unterstützt das FAW/n seit 2010 Veranstaltungen an Universitäten, in Organisationen und in Unternehmen, die sich ökosozialer Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit widmen. Insgesamt haben Studierende vorrangig in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und Griechenland über 160 Veranstaltungen organisiert und durchgeführt. Die Hochschultage wurden mehrfach von der Deutschen UNESCO-Kommission für ihr herausragendes Engagement im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet, zuletzt 2019/2020 in Berlin.

Meeting

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen, die Verabschiedung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und ständig wachsende, internationale Herausforderungen hat die DBU für sich ein Zukunftsprogramm erarbeitet, das diesen neuen Herausforderungen stärker Rechnung trägt. Dies insbesondere, da die Projektförderung in den Bereichen Umwelt und Umwelttechnologien gemäß Satzung stark auf Deutschland fokussiert ist, unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft, während international ausgerichtete Projekte nur einen kleinen Teil der Aktivitäten ausmachen. Das FAW/n hat die DBU in diesem Strategieprozess begleitet. Als Partner des FAW/n hat Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, langjähriger Präsident des Club of Rome, diese Arbeiten unterstützt.

Grand Place / Grote Markt in Brüssel (Goi (Pixabay))

Vision Europa

Wenn die europäischen Nationen im Zuge globaler Machtverschiebungen die Zukunft mitgestalten möchten, ist die Europäische Union eine unumgängliche Institution. Der Brexit, die Coronakrise und der Druck der USA wie auch Chinas auf die Europäische Union und die Mitgliedsstaaten stellen momentan erhebliche Herausforderungen für die europäische Politik dar. Gemeinsam mit anderen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft engagiert sich das FAW/n in Zusammenarbeit mit dem Senat der Wirtschaft für ein Europa, das diese und andere aktuelle Herausforderungen erfolgreich angehen kann. In diesem Rahmen wurde zur Europawahl 2019 ein Buch veröffentlich, u. a. mit Beiträgen von Sigmar Gabriel, Jürgen Rüttgers, Benita Ferrero-Waldner, Günter Verheugen und dem Institutsleiter Prof. Franz Josef Radermacher.

Wörterbuch (Benjamin Hartwich (Pixabay))

Dolmetschersysteme

Qualitativ hochwertige Übersetzungen werden in Zeiten globaler Vernetzung immer wichtiger, weil die Präzision, mit der die eigene Muttersprache verwendet wird, in juristischen, wirtschaftlichen wie auch politischen Kontexten essentiell ist. An dieser Stelle scheitern maschinelle Übersetzung bislang, da sie den Sinn einer Aussage nicht erfassen können, weil sie auf statistischen Verfahren wie neuronalen Netzwerken basieren. Alternativ zu diesen datengetriebenen Ansätzen unterstützt das FAW/n dank einer Förderung durch die Vector Stiftung Forschungen im Umfeld der semantischen, symbolischen künstlichen Intelligenz. Mit der Gesellschaft für mathematische Intelligenz (GMI) in Radebeul gelangen interessante Schritte hin zu einem semantischen, vertraulichen, KI-gestützten Dolmetschersystem zwischen Deutsch, Englisch und Chinesisch, in das in Zukunft weitere Sprachen von fachkundigen Computer-Linguisten integriert werden können.

Projektpartner

Das FAW/n hat in den letzten Jahren in den oben genannten und weiteren Projekten u. a. mit den folgenden Institutionen und Organisationen zusammengearbeitet bzw. tut dies weiterhin:

Kooperationspartner

Darüber hinaus steht das FAW/n in engem Austausch mit den folgenden Institutionen und Organisationen:

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