Klimakonferenz (COP29) in Baku, Aserbaidschan

Bei der diesjährigen Klimakonferenz in Baku ging es vor allem um die internationale Klimafinanzierung. Die wesentlichen Punkte der Abschlusserklärung sind:

  • eine Aufstockung der öffentlichen Klimafinanzierung für Entwicklungsländer von heute 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr auf mindestens 300 Mrd. USD pro Jahr bis 2035,
  • einen Anstieg der Finanzmittel aus jedweden Quellen, öffentlichen und privaten, auf mindestens 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr bis 2035,
  • Standards und Regeln für internationale Kohlenstoffmärkte (Artikel 6.4), die neue Finanzströme in den globalen Süden ermöglichen.

Das sind Schritte in die richtige Richtung, um die berechtigten Erwartungen des globalen Südens zu erfüllen UND Voraussetzungen für gelingenden Klimaschutz zur schaffen. Die Konferenz trägt sicher zu mehr Realismus in Bezug auf die Notwendigkeit der internationalen Kooperation und Finanzierung bei. Auch wenn noch viele Fragen offen sind und die Entwicklungsländer gerne größere Summen gesehen hätten, besteht Hoffnung, dass die kommenden Wochen und Monate weitere Schritte in Richtung eines tragfähigen Gesamtkonzepts für eine Lösung der Klimafrage bringen werden. Mit dem GES-Buch ALL IN! liegt ein Vorschlag vor, wie diese aussehen könnten.

Der Bericht zur COP29 von Estelle Herlyn (GES), die selber in Baku war:

Zum Bericht Klimakonferenz

Bildquelle: FAW/n

Buch „ALL IN!“ erschienen

Zur Frankfurter Buchmesse 2024 (22. Oktober 2024) wurde das Buch „All in! Energie und Wohlstand für eine wachsende Welt“ im Murmann Verlag veröffentlicht.

Das Buch betont die Notwendigkeit, Entwicklungs- und Schwellenländer dabei zu unterstützen, wirtschaftliches Wachstum zu erreichen, auch wenn dies höhere Emissionen zur Folge hat, um Armut zu bekämpfen. Gleichzeitig müssen Industrieländer massiv investieren, um klimafreundliche Technologien global verfügbar zu machen. Nur so lässt sich der Klimawandel wirksam bremsen.

Radermacher und Beyers plädieren für Pragmatismus statt Ideologie, globale Zusammenarbeit statt nationaler Alleingänge. Ihr Ziel: Wohlstand für alle bei gleichzeitiger Begrenzung der Klimaerwärmung und Erhalt der biologischen Vielfalt. All In! ist ein Plädoyer für einen Kurswechsel in der Energiepolitik – realistisch, solidarisch und zukunftsorientiert.

Die wichtigsten Thesen:

·        ALL IN! – Wir müssen sofort alle klimaneutralen und sicheren Energiequellen nutzen: Erneuerbare, Fossile mit Carbon Capture und auch Nuklearenergie.

·        ALL IN! – Dazu müssen wir pragmatisch und technologieoffen vorgehen – in einer Symbiose von Technik und Natur.

·        ALL IN! – Das Klimaproblem entscheidet sich nämlich nicht in Deutschland oder Europa, nicht einmal in den USA, sondern in China, Indien und Afrika. Klimanationalismus hilft uns nicht weiter. Auch der deutsche „All electric“-Ansatz ist eine Sackgasse.

Bestellen können Sie das Buch beim Murmann-Verlag (hier bestellen), bei Thalia (hier bestellen), bei Hugendubel (hier bestellen) oder fragen Sie die Buchhandlung Ihrer Wahl vor Ort.  

Bildquelle: FAW/n & Global Energy Solutions

Nachruf für Prof. Klaus Töpfer

Das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n) in Ulm trauert um Prof. Klaus Töpfer, einem der großen führenden Persönlichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit für die ganze Welt, der am 08.06.2024 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. (*29.07.1938 – 08.06.2024†)

Als Politiker und Vordenker, exzellenter Stratege sowie vorbildlicher Mediator wird Klaus Töpfer sehr vielen Menschen in Erinnerung bleiben. Prof. Dr. Klaus Töpfer kann mit voller Überzeugung als Ausnahmepersönlichkeit beschrieben werden. Wer die Freude hatte, ihn als Bundesminister oder später als einen der weltweit höchsten UN-Direktoren zu erleben, der konnte spüren, wie außergewöhnlich sein Weitblick, seine Visionen und das Miteinander selbst bei schwierigsten Fragen gelebt wurde. Professor Töpfer wird uns als Vorbild sehr fehlen.

Wir haben Jahrzehnte eng mit ihm zusammengearbeitet. Wir vermissen ihn sehr und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Michael Evertz und die COP 28 – eine starke Botschaft

Über 8.800 Kilometer hat Michael Evertz mit seinem Fahrrad auf dem Weg zur Weltklimakonferenz 2023 in Dubai zurückgelegt. Die Reise war hart, zeitweise näherte sich das Thermometer der 50 °C-Marke. Nach einem Start in Berlin erreichte der Nachhaltigkeitsforscher und Ökonom nach 222 Tagen Dubai und konnte an der COP 28 teilnehmen.

Am 22. April 2023 – am weltweiten „Earth Day“ – war Evertz mit seiner „Expedition Hope“ vor dem Brandenburger Tor gestartet. Schon vorher hatte er sich eng mit Prof. Franz Josef Radermacher und dem Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n) ausgetauscht. Von Berlin aus ging es mit dem Fahrrad über Köln, die Zugspitze, Istanbul, durch Vorderasien nach Dubai. Ziel der Reise: Die Verbreitung der Botschaft „Collaboration is the Mother of Surviving“ – diese Worte hatte der 64-jährige von einer früheren Reise aus einem Gespräch mit einem Bauern in Äthiopien mitgenommen, der ihm von seinen Erfahrungen mit dem Klimawandel in Afrika und den daraus resultierenden sozialen Folgen und Lebensbedingungen berichtet hatte.

Diese Message hat Michael Evertz auf seiner Reise durch zahlreiche Länder mit den Menschen ausgetauscht und diskutiert. Der Austausch mit den Menschen ist Evertz besonders wichtig – und sein Fahrrad hilft ihm dabei: „Aufgrund meiner vielen Entdeckungs- und Forschungsreisen weiß ich, dass das Reisen mit einem voll bepackten Fahrrad immer noch etwas Außergewöhnliches ist, dass sehr viel Neugierde und sehr viel Aufmerksamkeit auslöst. Und genau das führt zu vielen fruchtbaren Begegnungen und öffnet auch Türen zu Bürgermeistern, Politikern, Geistlichen, Wissenschaftlern und Prominenten“. Evertz wirbt für eine globale und kulturübergreifende Zusammenarbeit. Das steht auch auf der an seinem Rad befestigten Flagge: „Stand up for the Planet. Start Collaboration”.

„Nur wenn wir gemeinsame universelle Werte haben und auch kulturübergreifend gemeinsam in aller Verbundenheit danach handeln, zusammenarbeiten und kooperieren, nur dann können wir Menschen auf einem hohen Zivilisations-Niveau überleben. Nur so können wir die Natur und Umwelt schützen und erhalten, können Klimakrisen, Kriegen, Flüchtlingskatastrophen, Leid, Hunger und Durst, dem knallharten globalen Wettbewerb und dem Glauben an das Gesetz des Stärkeren etwas Sinnvolles entgegensetzen. Denn erst „Kooperation“ gibt dem Leben einen sozialen Sinn. Nur durch Kooperation können wir die zerstörerischen Probleme unseres modernen Lebens bewältigen“.

Diese Message brachte Michael Evertz mit zur Weltklimakonferenz. Hier traf er u. a. auch mit Prof. Radermacher, Prof. Herlyn sowie Dr. Orthen zusammen. Besonders hervorzuheben: Auch der Konferenzpräsident Dr. Sultan Ahmed Al-Jaber nahm sich Zeit für einen Austausch mit Herrn Evertz. Dabei sicherte dieser Michael Evertz im Gespräch zu, auf den Planeten aufzupassen. Dr. Sultan Ahmed Al-Jaber – selbst ein begeisterter Rennradfahrer – hat Michael Evertz außerdem zu einer Fortsetzung des Austauschs bei einer gemeinsamen Rad-Runde in Abu Dhabi eingeladen.

Mit dem Abschluss der Weltklimakonferenz ist Evertz‘ „Expedition Hope“ nicht abgeschlossen. Er hat vor, mit dem Rad durch Afrika zu fahren, und zwar mit dem Ziel Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Michael Evertz überlegt, von dort aus in Kapstadt auf einem Schiff anzuheuern und so Brasilien zu erreichen. Dort will er mit dem Rad in den Regenwald fahren und dann an der COP 30 in Belem teilnehmen. Um seine Reise weiter fortsetzen zu können benötigt Michael Evertz jedoch weitere Unterstützung zur Finanzierung der Expedition.

Seine Begegnungen mit den Menschen und ihren „Geschichten der Hoffnung“ dokumentiert Michael Evertz auf Social Media. Evertz plant, Vorträge an Schulen und bei Unternehmen zu halten, um – gemäß seinem Motto „Stand up for the Planet. Start Collaboration“– weitere Menschen dazu zu begeistern, selbst aktiv zu werden.

Wir wünschen Michael Evertz bei seinen Unternehmungen weiterhin alles Gute. Wir werden ihn unterstützen und verfolgen seine Reise und seinen Austausch mit Menschen aus verschiedenen Kulturen mit großem Interesse.

Weitere Informationen über Michael Evertz und seine „Expedition Hope“ und insbesondere viele Bilder finden Sie unter www.expedition-hope.earth sowie auf seinem Instagram-Kanal @expedition_hope_earth.

Michael Evertz bei einem Treffen mit einer Delegation aus Indien, darunter auch der ehemalige indische Minister für Gesundheit und Familienfürsorge Anbumani Ramadoss (rechts neben Michael Evertz)
(© Michael Evertz).

Michael Evertz bei einem Treffen mit Vertretern des indigenen Stammes der Pareci aus Brasilien (© Michael Evertz).

Michael Evertz trifft den Konferenzpräsidenten Dr. Sultan Ahmed Al-Jaber (© Michael Evertz).

Michael Evertz mit Prof. Radermacher, Prof. Herlyn und Dr. Orthen vom FAW/n (von links) (© Michael Evertz).