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Die Zukunft der digitalen Maschine: Was kommt auf uns zu?

Die Zukunft der digitalen Maschine:

Was kommt auf uns zu?

Langfassung zu einer umfangreichen Überarbeitung des Vortrags von Prof. Radermacher „Die Zukunft der digitalen Maschine: Was kommt auf uns zu?“ im Rahmen der Vortragsreihe „Innovation“ der TU Dresden am 01.12.2014. Der Text beruht in Teilen auf einem Beitrag „Algorithmen, maschinelle Intelligenz, BIG DATA: Einige Grundsatzüberlegungen“, veröffentlicht im Scherpunktheft „Big Data contra große Datensammlung. Chancen und Risiken für die Gesundheitsforschung“ des Bundesgesundheitsblattes, Mitte 2015. Eingeflossen sind auch Überlegungen aus einem Beitrag für die Computerwoche, Ausgabe 38-39/2014.

Die Frage „Was ist künstliche Intelligenz?“ bewegt viele Menschen. Viele fragen sich, inwieweit eine Maschine jetzt oder in Zukunft tun kann, was der Mensch tut oder kann? Gibt es prinzipielle Unterschiede zwischen dem, was der Mensch kann und dem, was Maschinen können bzw. irgendwann können werden? Manche interessieren sich auch für die Frage nach der Intelligenz der Menschheit als Superorganismus. Dahinter steht die Überlegung, dass man die Menschheit in ihrer Gesamtheit als ein einziges Lebewesen sehen kann. Ist die Menschheit etwas anderes als eine „Herde von Menschen“? Von der Intelligenz her betrachtet geht es darum, ob die Menschheit eine eigene Form der Intelligenz besitzt, die mehr ist als die Summe der „Intelligenzen“ der Menschen. Darüber hinaus kann man fragen, ob die Menschheit ein Bewusstsein von sich selber besitzt, dass etwas anderes ist als die Addition der Bewusstseinskapazitäten der einzelnen Menschen? Wie sieht die Zukunft der Menschheit aus bei all der Intelligenz, die uns auf der Ebene der Individuen, wie auf der Ebene der Menschheit als Ganzes auszeichnet?

Die Zukunft der digitalen Maschine (Langvariante)

Microcredit – Addressing an Ongoing Debate

Microcredit

– Addressing an Ongoing Debate

Das Konzept des Mikrokredits, der Bereitstellung von Kleinkrediten für Arme weltweit, erlangte durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 2006 an den wichtigsten Promotor dieser Thematik, Prof. Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank sowie zahlreicher weiterer Social Business Unternehmen in Bangladesh, internationale Bekanntheit. Im Zuge des dadurch ausgelösten „Hypes“ entstanden jedoch auch kritikwürdige Formen der Mikrokreditvergabe. Es handelt sich hierbei um eine ähnliche Entwicklung, wie sie die Welt im Bereich üblicher Finanzierungsmechanismen in der Weltfinanzkrise erleben musste. Finanzierungsinstrumente sind wichtig für eine funktionierende Gesellschaft. Sie beinhalten aber bei unzureichender Regulierung auch erhebliche Potenziale für dysfunktionale Effekte. Nachdem sich dieses negative Potenzial mit völlig unakzeptablen Konsequenzen für die Kreditnehmer auch im Bereich von Mikrokrediten offenbarte, entstanden Studien, die Mikrokredite und ihre Wirkungsweise undifferenziert behandeln und diese pauschal negativ positionieren. Diese Beurteilung ist nicht nur inadäquat, sondern gefährdet zudem den zukünftigen Einsatz wertvoller Finanzinstrumente wie den Mikrokredit, die potenziell von erheblicher Bedeutung für die Überwindung von Armut sind. Dies gilt insbesondere bei der Förderung von unternehmerisch befähigten Personen mit tragfähigem Geschäftsmodell, die über keine ausreichende Initialfinanzierung verfügen.
In dieser Situation haben sich eine Reihe von Institutionen zusammengeschlossen, die alle seit vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten, mit den Themen Globalisierung, Nachhaltigkeit, aufholende Entwicklung, Weltfinanzsystem und internationale Zusammenarbeit beschäftigt sind, um gemeinsam die Charakteristika eines gesellschaftlich positiv wirkenden Mikrokredits herauszuarbeiten. Ziel ist eine wissenschaftliche Analyse der Gegebenheiten im Mikrokredit-Bereich. Einerseits geht es um eine Würdigung der historischen Entwicklung. Andererseits soll eine Differenzierung von Entwicklung-fördernden Formen des Mikrokredits, die insbesondere zur Armutsüberwindung beitragen, gegenüber solchen ausbeuterischen Formen vorgenommen werden, die im Kontext einer Finanzialisierung der Armut die Situation der Betroffenen weiter verschlechtern statt sie zu verbessern. Das Missbrauchspotenzial ist in der Tat erheblich, nicht zuletzt aufgrund der hohen „Verletzlichkeit“ ökonomisch schlecht gestellter Menschen. Wie die Weltfinanzkrise allerdings deutlich machte, ist Missbrauch im Finanzbereich ebenso in den reichsten Strukturen der Welt möglich, unter Nutzung geeignet konzipierter Finanzmarktinnovationen und unter Ausnutzung von regulativ ermöglichten Intransparenzen – und zwar in um Größenordnungen höherem Umfang.

Die vollständige Mikrokredit Studie sowie die Einladung zur Vorstellung der Studie und die engl. Präsentationsfolien vom 10. November 2014 in Berlin können nachfolgend heruntergeladen werden, ebenso wie eine kurze Kapitelzusammenfassung auf Englisch.

Mikrokredit-Studie (deutsch) Microcredit-Study (english) Einladung zur Vorstellung der Mikrokredit-Studie am 10. Nov. 2014 Präsentation der Mikrokredit-Studie (Power Point slides, engl.) Short Description of the Microcredit study (engl.) Mitteilung Senat der Wirtschaft

Die „Reise nach Jerusalem“ Gewinner und Verlierer der Finanzmarktkrise

Die Reise nach Jerusalem

Gewinner und Verlierer der Finanzmarktkrise

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: In diesem Text geht es nicht darum, „Schuldige“ der aktuellen Krise des Weltfinanzsystems / der Weltökonomie zu identifizieren und „Gewinner“ als „Abzocker“ darzustellen. Es wird hier auch in keinster Weise die Behauptung „machiavellischer“ Handlungen unterstellt – ganz im Gegenteil. Es geht um die Verdeutlichung „systemischer Probleme“, die ihre Ursache in ungenügenden Regulierungen auf globaler Ebene und in Disharmonien nationaler Regelsetzungen haben. Die Akteure sind derzeit häufig „dazu verleitet oder sogar gezwungen“, das Falsche zu tun, weil das Richtige nicht über Gesetze eingefordert, sondern ganz im Gegenteil – in dem System – bestraft wird.

Um dies deutlich zu machen, werden problematische Wirkungsketten analysiert. Weiter wird aufgezeigt, mit welchen Lösungsansätzen zielführendes politisches Handeln möglich werden kann, um mittelfristig in den Zustand einer „balancierten Welt“ zu kommen. Wenn dieser Weg nicht beschritten wird, steigt die Wahrscheinlichkeit für die Verfestigung einer immer weiter auseinander driftenden „Zwei-Klassen-Welt“, die – weil sie kaum friedensfähig ist – aber auch im Kollaps enden kann. Außerdem zeigt der Text auf, wer gemäß den gegebenen systemischen Wirkungsmustern die Gewinner und wer die Verlierer der Weltfinanzmarktkrise sind bzw. sein werden.

Proportionality-induced distribution laws

Proportionality-induced distribution laws

Lorenz curves for income distributions are developed in a systematic way by relating individual incomes to averages of certain income groups. Each such distribution law yields an ordinary differential equation. Many of the differential equations allow explicit solutions leading to parametric kinds of Lorenz curves.

Lorenz curves and partial orders

Lorenz curves and partial orders

We compile classical relations between the Lorenz order and majorization for finite discrete distributions and between the Lorenz order and the convex order for all other distributions. Simple transfers of the Pigou-Dalton type are extended as far as possible including approximations of continuous distributions.

Lorenz curves – history, state and some recent results

Lorenz curves – history, state and some recent results

Lorenz curves are established under general conditions following an integral transform approach aging approximately 40 years. The derivation of this approach is given together with quite a few explanations, well known and widely-spread (yet well hidden?) facts from the literature, and some fresh views. The approach is based on relating the underlying distributions, typically income distributions, to probability distributions.

The equity calculus, which is inspired by a notion of relative poverty, is shown to deliver a variety of differential equations for Lorenz curves. Most admit one-parametric closed form solutions while solvability of others is still unsettled.

Key words: generalized function inversion, integral transforms, absolute continuity, Pareto distribution, differential equations, symbolic solutions

Analytische Eigenschaften von Equity-Lorenzkurven

Analytische Eigenschaften von Equity-Lorenzkurven

— Materialsammlung —

Denkanstoß: Balance statt Wachstum

Denkanstoß: Balance statt Wachstum

In diesem Text werden die persönlichen Eindrücke und Schlussfolgerungen des Autors aus dem Workshop “New Foundations for World Economy and Global Governance” (Neue Grundlagen für die Weltwirtschaft und Globales Regieren) bei der Welthandelsorganisation (WTO), 6. Juli 2011 in Genf, zusammengefasst.
Zwei Kernthemen gilt es aufzugreifen:

  • Fairness und (Teilhabe-)Gerechtigkeit (=> Konsens bezüglich Normen, Werten und Tugend / Leitbild)
  • ein fairer Umsetzungsprozess hin zu (Teilhabe-)Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung

Ein Konsens darüber, was Fairness und Gerechtigkeit bedeuten sollen, kann, so scheint es, nur dann erzielt werden, wenn eine faire Finanzierung des notwendigen Umsetzungsprozesses hin zur Gerechtigkeit, fairer Teilhabe und Nachhaltigkeit gefunden werden kann. Daher wird im Folgenden zunächst ein Vorschlag für den Umsetzungsprozess beschrieben, gefolgt von einem Vorschlag, wie ein Konsens über Fairness und (Teilhabe-)Gerechtigkeit in der Weltwirtschaft und Weltordnung (Global Governance) erzielt werden kann.

Denkanstoß: A Doctrine of Balance

Denkanstoß: A Doctrine of Balance

This text summarizes the author’s personal impression and conclusion of the workshop “New Foundations for World Economy and Global Governance” at the World Trade Organization, July 6, 2011 in Geneva.
Two central issues have to be addressed:

  • fairness and equity (=> consensus about norms, values and virtue)
  • fair implementation process towards equity and sustainable development

It seems that a consensus about fairness and equity is only achievable, if the question how to finance the necessary implementation process towards equity is answered. Because of this necessity, a suggestion for the implementation process will be described first, followed by a suggestion on how to reach a consensus about fairness and equity in World Economy and Global Governance.

Kommt die Weltwährungsreform?

Kommt die Weltwährungsreform?

Das Schwerpunktthema von Dirk Solte ist das Weltfinanzsystem, das sich in den letzten Jahren durch Deregulierung und technologischen Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien signifikant geändert hat. Dirk Solte zielt auf ein systemisches Verständnis der Ablaufstrukturen im Weltfinanzsystem. RATIO hat ihn hierzu befragt.